Marktgemeinde Aggsbach
3641 Aggsbach Markt Nr.48
Bezirk Krems, Niederösterreich
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Die Besiedelung des Gebietes ist schon seit der Altsteinzeit durch den Fund der weltberühmten
"Venus von Willendorf" und durch weitere Funde und Lagerstätten der Steinzeitjäger belegt.
Die Venus wurde beim Eisenbahnbau am 7. Aug. 1908 in Anwesenheit der Wissenschaftler
Szombatly, Bayer und Obermaier im Löß gefunden. Der Fund war eine wissenschaftliche
Sensation und das eiszeitliche Kunstwerk wurde weit über die Grenzen Niederösterreichs und
der engeren Fachwelt bekannt und weltberühmt. Die "11 cm hohe, vorzüglich erhaltene
Kalksteinfigur mit großen Brüsten und vollen Hüften, das Kopfhaar in konzentrischen Kreisen
geflochten, die Unterarme ziert je ein grobzackiger Gelenkring" wie sie die Wissenschftler
beschreiben, wurde im Gravettium ( 28.000 bis 22.000 Jahre vor heute ) geschaffen. Sie ist
unbestritten die formschönste und eine der ältesten von immerhin 130 zwischen
Südwestfrankreich, Norditalien, Mitteleuropa und Sibirien gefundenen spezifischen Skulpturen.
Die Statuette ist als Ausdruck eines Fruchtbarkeitkultes bzw. als Symbol der "Magna Mater"
der "großen Erdmutter" aufzufassen.
Die erste urkundliche Erwähnung von "ACUSSABAH" findet man in einer Urkunde vom 6. Oktober 830.
Kaiser Karl der Große gab, nachdem er 791 die Awaren besiegt hatte, auf Anraten
seines Schwagers Gerolos 40 Bauerngüter an das bayrische Benediktinerkloster Niederaltaich
zur Kolonialisierung und Christianisierung. Die Urkunde, die darüber ausgestellt werden soll,
scheint das Kloster aber wegen der damaligen Unruhen und kriegerischen Zeiten nicht erhalten
zu haben. 17 Jahre später bot Abt Gosbalt, Kaplan und Reichskanzler, seinen Kaiser Ludwig
den Frommen die Schenkung mit dem Diplom vom 6. Oktober 830. Darin wird der Besitz
"locus Wahowa" genau beschrieben als das Gebiet von unterhalb Spitz über Schwallenbach
"Acussabah" ( Aggsbach Markt ) bis zum Gipfel des Berge "Akonica" ( Jauerling ) und dazu
noch am rechten Donauufer einen Teil des Aggsbach-Tales ( Aggsbach Dorf ).
1447 erfolgte die Markterhebung, die Urkunde wurde Opfer einer großen Feuersbrunst
am 12. April 1866. Fischerei, Ruderschiffahrt und Handel brachten den damaligen Bewohnern
bescheidenen Wohlstand.
Das Gemeindegebiet erstreckt sich im Donautal am Fuße des Jauerling auf einer Fläche von
13,72 km2 und liegt in einer Seehöhe von 209 bis 507m. Zirka 700 Wachauer leben in der
KG Aggsbach Markt mit dem Hubhof und der Rotte Seeb und in den KGs Groisbach, Köfering
und Willendorf, weitere 200 haben hier einen Zweiwohnsitz. Vier Gasthäuse und zwei Imbißstuben
erwarten neben 17 privaten Zimmervermietungen mit 140 Betten die Gäste. Bei 4 Weinhauern
können deren köstliche Produkte direkt während des Heurigenbesuches verkostet oder
ganzjährig bezogen werden.
Die Blüte der hier in großer Zahl vorkommenden Marillenbäume ist eine herausragende Attraktion
und lockt jedes Jahr tausende Besucher zu uns in die Wachau.